Die Pflegesommergespräche sind ein voller Erfolg!


Die heuer erstmals stattfindenden Pflegesommergespräche sind ein voller Erfolg! Alle Termine waren sehr gut besucht. Spannende Inhalte, konstruktive Gespräche und visionäre Ideen für die Zukunft wurden dabei präsentiert und offen diskutiert.

Grundlage: Die 5 Forderungspunkte der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft:

Die Personalnot ist erdrückend und die demografische Entwicklung erschwert die Situation. Gesellschaft und Politik müssen sich der großen Bedeutung des Pflegebereichs bewusst sein. Nur durch eine zeitgemäße Personalausstattung und angepasste Arbeitsbedingungen kann die Qualität in den Gesundheitsberufen aufrecht erhalten werden. Deshalb hat die GÖD-Gesundheitsgewerkschaft folgende 5 Maßnahmenpunkte formuliert: 

1. Durch Verbesserung der Arbeitsbedingungen aller Pflegeberufe das Vertrauen der Menschen in den Beruf zurückzugewinnen

  • Reduktion der Überstunden
  • Schrittweise Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 35 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich
  • Ein tägliches Arbeitsausmaß schaffen, dass den Möglichkeiten der Pflegepersonen gerecht wird.
  • Bei zusätzlichen Aufgaben auch die entsprechende zusätzliche Zeit zur Verfügung stellen (Hygiene, Praxisanleitung, ….)
  • Gehalt entsprechend der Aufgaben und der Ausbildung verbessern
  • Durch Integration von unterstützenden Kräften (Heimhilfen, Abteilungshilfen, …) mehr Zeit der Pflegekräfte für die eigentlichen pflegerischen Tätigkeiten am Menschen schaffen

2. Durch Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten wieder mehr Menschen für die Pflegeberufe zu begeistern

  • Schaffung eines modularen Ausbildungssystems (BMS, BHS), das sofort nach der Schulpflicht greift und schrittweise in die Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz und auch ins Studium führt(Maturaabschluss). Jedes Modul hat seinen Abschluss (und damit auch einen Beruf…)
  • Wahlmöglichkeit als PA auch für die Ausbildung zum Fachsozialbetreuer A oder B, ebenso Familienarbeit (österreichweit gleich) (BHS, BMS oder auch an GuKP-Schulen möglich)
  • Derzeitiges Ausbildungsmodell PA und PFA/FSB für Quereinsteiger weiterhin aufrechterhalten
  • Flächendeckender Ausbau der FH-Studienplätze GuKP (auch externe FH-Ausbildungen an geeigneten GuKP-Schulstandorten ermöglichen)
  • Spürbare Verbesserung der Bedingungen für Praxisanleiterinnen (Zeit zur Verfügung stellen/Abgeltung schaffen)
  • Aufwandsentschädigungen für alle Ausbildungen in Pflegeberufen (je nach Ausbildung und Jahrgang ansteigend, am besten in Höhe einer Lehrlingsentschädigung)

 3. Durch eine zeitgemäße Personalausstattung die Arbeit menschengerecht gestalten

  • Eine österreichweit einheitliche, wissenschaftlich anerkannte Personalbedarfsberechnungsmethode, die den tatsächlichen Leistungsbedarf abbildet und Umsetzung für alle Bereiche (intra- und extramural) ist zu suchen und festzuschreiben
  • Kein Nachtdienst alleine – massive Verbesserung der Situation in kleineren Akutabteilungen und Langzeitpflegeeinrichtungen quer durch unser Land
  • Durch Schaffung von Vertretungspools mit zusätzlichem Personal (als eigene Abteilungen) die schnellere Abdeckung von Ausfällen intern bewerkstelligen zu können
  • Schnellere Nachbesetzung von Langzeitausfällen bzw. freigewordenen Stellen
  • Personal nicht als Sparkasse der Managements sehen – Budgets entsprechend gestalten

 4. Durch gezielte Maßnahmen die Sicherheit der Menschen in den Gesundheits- und Pflegeberufen erhöhen

  • Ausbildung Deeskalation in jede Form der Berufsausbildung in Gesundheitsberufen aufnehmen
  • Klare Richtlinien zum Thema Gewalt für unsere Einrichtungen
  • Aufnahme des Themas Aggression und Gewalt in eine österreichweit gleiche, genormte Personalbedarfsberechnung
  • Umsetzung der DRN 2018 des Bundes (Recht auf Entschädigung nach Übergriffen) auch für die
  • Gesundheitseinrichtungen der Länder und private Einrichtungen
  • Bauliche Schaffung von geschützten Rückzugräumen in jeder Abteilung

5. Durch flexible Gestaltungsmöglichkeiten den Menschen ermöglichen lange im Beruf zu bleiben

  • Pflege ist als Schwerarbeit in allen Formen der Berufsausübung zu definieren
  • Recht auf Teilzeit
  • Recht auf Altersteilzeit
  • Recht auf ein Sabbatical
  • Bevorzugtes Recht auf den Wechsel in eine Abteilung ohne Nachtdienste ab dem 55Lj. (Tageskliniken, Ambulanzen, ……)
  • Pensionsrecht ab dem 62 LJ abschlagsfrei für Frauen bei mind. 30 Dienstjahren in einem Pflegeberuf

 


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